Die 8 Tage-Frist aus dem letzten Post sind um und gestern fand der Rosenheimer Radmarathon 2021 statt.
Der Wecker klingelte um 4:30; für 5 Uhr war die Abfahrt angesetzt. Anne war mit und wollte sich zwischendurch die Stadt Rosenheim anschauen und irgendwo ein bisschen die Sonne geniessen. Kurz nach 5 sind wir los. Die Fahrt war erfreulich stressfrei und auch das Startgelände haben wir fast problemlos gefunden. Als wir um kurz nach 6 Uhr dort ankamen, machten sich bereits die ersten Teilnehmer der Strecke 5 auf den Weg.
Dann netten, schattigen Parkplatz suchen, Anmeldeunterlagen erledigen und erstmal aufs Klo 🙂 danach Rad ausladen, vorbereiten und auf Faxe und Steffi warten. Um uns herum paarkten viele andere Teilnehmer – bis zu 800 waren gestattet – und luden Räder und Equipment aus ihren Fahrzeugen. Steffi und Faxe kamen um 6:45 in einem amtlichen WoMo angerauscht und hatten auch noch Steffis Mann als Mechaniker dabei. Wir hatten vorab vereinbart, um 7:30 mit einer der ersten Gruppen auf die Tour zu gehen und so ging es dann auch bald los. Noch schnell zwei Bananen reingeschoben, überflüssiges Zeug aussortiert und weggelassen (wer braucht bei dem Wetter schon ‘ne Regenjacke?, Flaschen auffüllen und pünktlich 7:31 sind wir als kleine Dreiergruppe über die Startlinie … – kommentiert von einem laberfrohen Moderator).
Für Peter (Faxe) und mich war das ganze ja Neuland – bislang sind wir beide noch nicht bei Veranstaltungen gefahren. Steffi als MTB-Sportlerin fährt unter anderem 24-Stunden-Rennen – daher haben wir sie die anfängliche “Führungsarbeit” machen lassen und es ging mit gutem 30ger Schnitt auf die ersten 20 Kilometer bis “ran an den Berg”. Wir wurden auch von reichlich anderen Gruppen überholt von denen wir die meisten aber auch unterwegs wieder überholt haben oder sie noch mehrfach trafen. Allerdings hatten wir uns auch vorgenommen, das ganze entspannt und ruhig anzugehen – keiner hatte am Sonntag noch etwas anderes vor und wir wollten die Tour einfach geniessen und mal ein bisschen Luft so einer Veranstaltung schnuppern.
Ab Kilometer 22 stand der erste Berg im Weg – bis Kilometer 40 sollte es nun – mal steil, mal flacher – nach oben gehen.
Erstes Learning: bis 14% Steigung => Arschlecken, alles darüber => Leck mich am Arsch … Das deckt sich aber auch mit meinen Erfahrungen aus dem letzten Jahr bei “Rauf auf den Brocken” – ab ~15% Steigung ist das nichts mehr für mich bzw. da fehlen mir dann einfach 1-2 Gänge. Steffi hatte an ihrem Gravel eine Shimano Di2 1×12 inkl. Pizzateller hinten aufgelegt ist da ganz easy raufgekurbelt – ich muss da mal ernsthaft drüber nachdenken, würde mich dann aber eher fürs “enjoy your bike” – Setup mit SRAM entscheiden – zumal ich dabei auch 2×12 fahren könnte was mir als “Langhuber” im Flachen vermutlich eher taugt.
Anyhow – wir sind oben angekommen – wenn auch mit Pause – und konnten danach die schöne lange Abfahrt nach Bayrisch-Zell zur ersten Verpflegung antreten. Dort haben wir eine halbe Stunde geopfert, erstmal ‘nen Kaffee und ‘ne Wurstsemmel eingeworfen und mit Kuchen abgerundet.
Weiter ging es im halbwegs Flachen Richtung Österreich – über Landl nach Kufstein rein. Ab hier wurde die Strecke richtig geil – es ging schön am Inn entlang über Buchberg am Kaiser, Niederndorf, Erl Richtung Nussdorf wo uns die zweite, heftige Steigung hoch nach Samerberg erwartete. Das war nach gut 90 Kilometer bei 28° nochmal ein Knaller aber irgendwie sind wir auch hier oben angekommen. Und wir waren auch nicht die einzigen, die hier an der 18% Steigung mehrmals kurz Pause machen mussten …
Von Samerberg ging es dann Richtung Rosenheim zurück – die letzten 30 Kilometer hatten noch 2, 3 kurze Rampen, waren aber insgesamt wieder mit Speed zwischen 25 und 30 gut zu fahren.
Zwischendurch haben wir noch die 2. und 3. Verpflegung mitgenommen und uns zweimal mit Steffis Mann getroffen, der uns mit Wasser, Cola und ähnlichem versorgte.
Schließlich sind wir gegen 16:45 wieder aufs Startgelände gefahren und direkt an den Erdinger-Stand abgebogen. Anne war auch schon da, hat aber leider unsere Zieleinfahrt verpasst … Also gibt es auch kein Zielfoto wie wir zu dritt Arm in Arm die Ziellinie überqueren – schade.
Technische Daten:
– 138 Kilometer
– 1.540 Höhenmeter
– reine Fahrzeit 6 Stunden 27 Minuten
– Durchschnittsgeschwindigkeit 21,4
– Durchschnittl. Leistung 120 Watt
– 133,7 neue Kilometer auf wandrer.earth
– 11 erledigte Challenges auf Strava 🙂
Fazit: Teilweise war es ordentlich anstrengend, Spaß hats gemacht – hat sich gelohnt. Die Organisation war Top, die Beschilderung der Strecke sehr gut. Wir hatten zwar alle drei den Track auf dem Tacho, sind aber letztendlich nur nach Beschilderung gefahren. Lediglich in der ersten Hälfte waren uns zu viele motorisierte Teilnehmer auf der Strasse (insbesondere die doofe Motorrad-Rennstrecke an Tatzlwurm, Sudelfeld & Co – vermutlich gibt es hier aber auch keine andere Möglichkeit wenn Höhenmeter dabei sein sollen …)